Am Samstag, den 11. Juli 2026, fand der erste Christopher Street Day (CSD) in Wesel statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein „Wesel für Demokratie und Vielfalt“. Bocholt Pride e.V. war von Anfang an mit der Entwicklung des CSD verbunden und unterstützte die Premiere mit einer eigenen Fußgruppe sowie einem Informationsstand.
Bereits nach dem ersten Bocholter CSD im Jahr 2025 entstanden erste Gespräche mit Menschen aus dem Planungsteam in Wesel. Seitdem wurde die Entwicklung des Projekts aufmerksam begleitet. Durch den regelmäßigen Austausch mit den Freund*innen aus Wesel war für Bocholt Pride e.V. schnell klar, dass dieser erste CSD unterstützt werden sollte. Rund ein Dutzend Mitglieder des Vereins machten sich daher auf den Weg nach Wesel, um gemeinsam ein Zeichen für queere Sichtbarkeit und Vielfalt zu setzen.
Ein bunter Auftakt auf dem Marktplatz
Der CSD startete um 15 Uhr auf dem Weseler Marktplatz. Nach einer Begrüßung und verschiedenen Redebeiträgen setzte sich der Demonstrationszug in Richtung Berliner-Tor-Platz in Bewegung. Dort erwartete die Besucher*innen ein buntes Straßenfest mit Informationsständen, Bühnenprogramm und Musik.
Zu den Redner*innen auf der Bühne gehörten unter anderem der Bürgermeister von Wesel, Rainer Benien, sowie das schwule Karnevalsprinzenpaar Prinz Tim I. & Prinz Sebastian I. Mit ihren Beiträgen wurde deutlich, dass der CSD nicht nur ein Fest der queeren Community ist, sondern auch ein wichtiges Zeichen für Akzeptanz, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt darstellt.
Bocholt Pride e.V. mit eigenem Stand dabei
Auch Bocholt Pride e.V. war mit einem eigenen Stand auf dem Straßenfest vertreten. Neben Informationsmaterial zur Vereinsarbeit und generellen queeren Themen gab es verschiedene Angebote für Besucher*innen. Besonders beliebt waren die Malecke für Kinder sowie zwei selbst entwickelte Spiele, die für viele Gespräche und Begegnungen sorgten.
Ein besonderes Highlight war außerdem die Teilnahme von Miss Epona Pandora, der vereinseigenen Drag Queen von Bocholt Pride e.V. Durch ihre Präsenz wurde der Stand zu einem lebendigen Treffpunkt und bot vielen Besucher*innen die Möglichkeit, unkompliziert ins Gespräch zu kommen.
Über den gesamten Tag hinweg entstanden zahlreiche wertvolle Gespräche mit Besucher*innen, anderen Organisationen und Mitgliedern der queeren Community. Der Austausch zeigte einmal mehr, wie wichtig persönliche Begegnungen für Vernetzung und gegenseitige Unterstützung sind.
Ein deutliches Zeichen für queere Sichtbarkeit
Besonders beeindruckend war, wie erfolgreich der erste CSD in Wesel angenommen wurde. Zahlreiche Menschen beteiligten sich am Demonstrationszug und machten deutlich, dass queere Sichtbarkeit auch in kleineren Städten einen wichtigen Platz hat. Gleichzeitig gab es eine angekündigte Gegenveranstaltung, an der jedoch nur wenige Menschen teilnahmen. Dem gegenüber stand eine große, vielfältige und friedliche Demonstration, die für Offenheit und Zusammenhalt eintrat.
Die Atmosphäre des Tages verband dabei viele unterschiedliche Aspekte: Es wurde gefeiert, gelacht und getanzt, gleichzeitig war aber auch die politische Bedeutung des CSD spürbar. Gerade in Zeiten, in denen queere Menschen weiterhin Anfeindungen erleben, sind solche Veranstaltungen wichtige Orte der Sichtbarkeit und des gemeinsamen Eintretens für gleiche Rechte.
Gemeinsam für eine starke queere Community in der Region
Für Bocholt Pride e.V. war die Teilnahme am ersten CSD in Wesel ein besonderer Moment. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass queere Bewegungen nicht nur in Großstädten stattfinden, sondern überall dort entstehen können, wo Menschen sich engagieren und füreinander einstehen.
„Dass in Wesel so viele Menschen zusammengekommen sind, zeigt, wie wichtig queere Sichtbarkeit auch außerhalb großer Städte ist. Jeder neue CSD schafft Räume für Begegnung, Austausch und Solidarität“, so Thorsten Jansen, 1. Vorsitzender von Bocholt Pride e.V., zum erfolgreichen Auftakt in Wesel.
Bocholt Pride e.V. freut sich darauf, die Zusammenarbeit mit „Wesel für Demokratie und Vielfalt“ auch in Zukunft fortzuführen und gemeinsam mit weiteren Initiativen in der Region die queere Vernetzung weiter zu stärken.

