Bocholt Pride e.V. beim CSD-Wochenende in Köln

Am vergangenen Wochenende war Bocholt Pride e.V. im Rahmen des ColognePride in Köln unterwegs. Neben offiziellen Terminen standen auch persönliche Eindrücke, emotionale Begegnungen und der klare Einsatz für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung der queeren Community im Mittelpunkt.

CSD Empfang 2025

Am Samstagmittag fand der offizielle CSD Empfang 2025 in Köln statt, zu dem auch Thorsten Jansen, der 1. Vorsitzende von Bocholt Pride e.V., eingeladen war. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Queeren Netzwerk NRW und der Aidshilfe NRW organisiert und von Oliver Schubert moderiert.

Über 800 geladene Gäste aus Mitgliedsorganisationen, Politik, Verwaltung, Kultur und Medien nahmen teil. Der Empfang gilt als einer der größten und vielfältigsten Queer-Empfänge Deutschlands und bot Raum für Begegnung, Austausch und politische Positionierung. Inhaltlich stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Lage: Der umstrittene Zirkusvergleich durch Friedrich Merz sowie das Verbot zum Hissen der Regenbogenfahne und der Teilnahme des Regenbogennetzwerk der Bundestagsverwaltung am Berliner CSD wurden kritisch aufgegriffen und pointiert diskutiert.

Neben bewegenden Redebeiträgen bot der Abend auch kulturelle Highlights durch Showacts sowie inspirierende Begegnungen mit Persönlichkeiten aus der queeren Community. Besonders wertvoll für Bocholt Pride war die Gelegenheit, Kontakte zu anderen Organisationen zu knüpfen, darunter der diesjährige Preisträger der Kompassnadel, der SC Janus, und die neue Queerbeauftragte der Bundesregierung.

Vernetzungstreffen der CSD-Organisator*innen

Im Anschluss an den Empfang nahm Thorsten Jansen auch am Vernetzungstreffen des ColognePride teil. Dieses fand im Backstagebereich der Hauptbühne auf dem Heumarkt statt. Vertreter*innen zahlreicher CSD-Organisationen kamen zusammen, um sich über Projekte, Herausforderungen und Lösungsansätze auszutauschen. Im Mittelpunkt stand der Wunsch nach langfristiger Zusammenarbeit, gegenseitiger Unterstützung und Sichtbarkeit, insbesondere auch außerhalb der Großstädte. Aus den Gesprächen ergeben sich mögliche Perspektiven für künftige Kooperationen.

Demonstration am Sonntag

Am Sonntag begaben sich weitere Mitglieder von Bocholt Pride e.V. nach Köln, um die große Demonstration im Rahmen des ColognePride mitzuerleben, diesmal als solidarische Zuschauer*innen am Straßenrand. Trotz Dauerregen säumten unzählige Menschen die Straßen, um gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt, Gleichberechtigung und queere Sichtbarkeit zu setzen.

Die Stimmung war ausgelassen und kämpferisch zugleich. Musik, Regenbogenfarben und Parolen für Liebe, Respekt und Gleichstellung bestimmten das Bild. Auch Bocholt Pride ließ sich vom Wetter nicht entmutigen und zeigte Haltung: „Sichtbarkeit endet nicht bei gutem Wetter. Wir zeigen Haltung bei Sonne und Regen. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es klare Zeichen für eine offene und vielfältige Gesellschaft.“ so Thorsten Jansen.

Das Wochenende bot nicht nur zahlreiche Eindrücke, sondern auch neue Impulse für die eigene Arbeit. Die Vielfalt der Themen – von politischen Debatten bis zur gelebten Solidarität – spiegelte die ganze Bandbreite queeren Lebens wider. Auch wenn sich daraus (noch) keine konkreten Projekte ergeben haben, sind viele Inspirationen und Gedanken mit auf den Weg nach Bocholt genommen worden.