Gemeinsam für Schutz vor Diskriminierung: Bocholt Pride beim Queeren Empfang 2026 im Landtag NRW

Am 19. Juni war Bocholt Pride e.V. beim Queeren Empfang 2026 im Landtag NRW vertreten. Die Einladung zu der Veranstaltung nahm der Verein gerne an, um gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Verbänden und queeren Initiativen über aktuelle Herausforderungen und die Zukunft queerer Rechte zu sprechen.

Rund 150 Gäste kamen im Landtag NRW zusammen, um sich in diesem Jahr besonders mit dem Thema Schutz vor Diskriminierung auseinanderzusetzen. Für Bocholt Pride e.V. nahm der erste Vorsitzende Thorsten Jansen an der Veranstaltung teil.

Eröffnet wurde der Empfang durch die Vizelandtagspräsidentin Berivan Aymaz. In einem anschließenden Impuls sprach Lorenz Bahr, Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, über die Perspektiven eines Landesantidiskriminierungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung gesetzliche Rahmenbedingungen für den Schutz queerer Menschen haben können.

Im Mittelpunkt der anschließenden Talkrunde standen verschiedene Perspektiven aus der queeren Zivilgesellschaft. Vertreter*innen des Netzwerks queerer Abgeordneter, Queermed, Queeres Netzwerk NRW, LSVD+ NRW, Queerhandicap und SOFRA – Queer Migrants diskutierten über Herausforderungen, bestehende Lücken und notwendige Entwicklungen. Moderiert wurde die Runde von Vivien Leue.

Für Bocholt Pride e.V. bot der Empfang nicht nur die Möglichkeit, politische Entwicklungen besser einzuordnen, sondern auch wertvolle Kontakte zu anderen Organisationen und Initiativen zu knüpfen. Der Austausch zeigte, wie wichtig Vernetzung innerhalb der queeren Community ist, besonders für Vereine, die vor Ort wichtige Anlaufstellen und Unterstützungsangebote schaffen.

Gleichzeitig wurde auch sichtbar, dass trotz vieler Fortschritte weiterhin große Herausforderungen bestehen. In den Gesprächen wurde deutlich, dass queere Strukturen zunehmend unter Druck geraten und bereits bestehende Angebote in einigen Bereichen weniger Unterstützung erfahren. Gerade mit Blick auf den ländlichen Raum ist das eine wichtige Erkenntnis: Wenn etablierte Strukturen in größeren Städten bereits um ihre Zukunft kämpfen müssen, kann die Situation für kleinere Vereine vor Ort noch schwieriger werden.

Neben den intensiven Diskussionen und politischen Impulsen bot der Empfang auch Raum für Begegnungen und lockere Gespräche. Trotz der hohen Temperaturen entstand eine Atmosphäre, die sowohl politisch geprägt als auch festlich und motivierend war.

Für Bocholt Pride e.V. wurde dabei auch deutlich, wie wichtig der Austausch über Vereins- und Stadtgrenzen hinweg ist. „Der Empfang hat gezeigt, dass wir als queere Community viel erreichen können, wenn wir uns vernetzen und gemeinsam sichtbar bleiben. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass viele Errungenschaften nicht selbstverständlich sind und wir weiterhin für Schutz, Akzeptanz und gleiche Rechte einstehen müssen“, betont Thorsten Jansen, erster Vorsitzender von Bocholt Pride e.V.

Der Queere Empfang 2026 hat gezeigt, wie wichtig es ist, queere Perspektiven sichtbar zu machen und gemeinsam für gleiche Rechte einzustehen. Bocholt Pride e.V. nimmt aus der Veranstaltung vor allem mit, dass Engagement, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung entscheidend bleiben damit queere Menschen überall sicher, frei und gleichberechtigt leben können.