Bocholt Pride erstmals beim Bocholter Citylauf vertreten

Am 9. Mai 2026 war Bocholt Pride e.V. erstmals mit einem eigenen Stand beim Bocholter Citylauf vertreten. Die Jubiläumsausgabe des traditionsreichen Laufevents feierte in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen und lockte erneut zahlreiche Läufer*innen sowie Besucher*innen in die Bocholter Innenstadt. Mitten im Geschehen, vor dem Pfarramt St. Georg und direkt gegenüber des Getränkebereichs im Zielbereich, präsentierte sich auch Bocholt Pride e.V. der Öffentlichkeit.

Der Stand bot Informationsmaterialien zu queeren Themen und legte dabei einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Sport. Denn obwohl Sport Menschen verbinden soll, erleben viele queere Personen noch immer Vorurteile, Unsicherheiten oder Ausgrenzung in Vereinen und Mannschaften. Umso wichtiger war es für den Verein, gerade bei einer der größten Sportveranstaltungen der Stadt Präsenz zu zeigen und für Sichtbarkeit zu sorgen.

Betreut wurde der Stand von zwei Vereinsmitgliedern. Weitere Mitglieder von Bocholt Pride e.V. waren ebenfalls beim Citylauf dabei, allerdings als aktive Teilnehmer*innen auf der Strecke. Sie gingen sowohl beim 5-Kilometer-Jedermannlauf als auch beim 10-Kilometer-Lauf an den Start und zeigten damit, dass queere Sichtbarkeit auch im Sport ihren Platz hat.

Wie bei vielen Großveranstaltungen wechselten sich lebhafte und ruhigere Phasen ab. Während rund um die Starts und Zieleinläufe das Interesse besonders groß war, standen für viele Besucher*innen in anderen Momenten naturgemäß die bevorstehenden Läufe oder die Unterstützung von Freund*innen und Familienmitgliedern im Vordergrund. Dennoch ergaben sich über den Tag verteilt zahlreiche positive Gespräche und Begegnungen.

Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei ein Gespräch, das eindrucksvoll verdeutlichte, warum Sichtbarkeit im Sport weiterhin notwendig ist. Ein Fußballspieler aus einem Bocholter Verein suchte das Gespräch mit den Standbetreuer*innen und berichtete offen von seinen Erfahrungen. Er erzählte, dass er sich in seinem sportlichen Umfeld bislang nicht traue, offen über seine sexuelle Orientierung zu sprechen. Die Angst vor Ablehnung, Ausgrenzung oder einem veränderten Umgang innerhalb der Mannschaft begleite ihn regelmäßig, obwohl er seinen Sport mit großer Leidenschaft ausübt.

Das Gespräch machte deutlich, dass gesellschaftliche Fortschritte nicht automatisch in allen Lebensbereichen angekommen sind. Gerade im Sport, der von Teamgeist, Zusammenhalt und gegenseitigem Respekt lebt, gibt es für viele queere Menschen noch immer Hürden, die von außen oft nicht sichtbar sind. Für Bocholt Pride e.V. war dieser Austausch deshalb einer der prägendsten Momente des Tages. Er zeigte, wie wichtig es ist, Gesprächsangebote zu schaffen und sichtbar zu machen, dass niemand mit solchen Erfahrungen allein ist.

Die Teilnahme am Bocholter Citylauf war für Bocholt Pride e.V. ein gelungener erster Schritt, um auch im sportlichen Umfeld Präsenz zu zeigen. Die vielen positiven Reaktionen, die interessierten Nachfragen und die persönlichen Gespräche haben bestätigt, dass queere Sichtbarkeit auch bei Sportveranstaltungen ihren festen Platz haben sollte.

Bocholt Pride e.V. blickt daher auf einen erfolgreichen Tag zurück und freut sich darauf, auch künftig bei Veranstaltungen in Bocholt Präsenz zu zeigen und den Dialog mit den unterschiedlichsten Menschen zu suchen.